On the road again…

Dass auf Reisen in Afrika im Allgemeinen und Kamerun im Speziellen allerlei unvorhergesehenes passieren kann und man von daher bezüglich Ankunft und Unterbrechungen flexibel bleiben muss, war uns nichts Neues. Unsere Reise von Manyemen über Buea und Douala in die Hauptstadt Yaounde war diesbezüglich keine Ausnahme.

Wir hatten zum beispiel bereits eine Reifenpanne, als sich auf dem Highway ein scharfkantiges kleines Metallteil in einen Reifen hineingebohrt hatte. Ausserdem waren wir von einem missmutigen Gendarm an einem Kontrollpunkt festgehalten worden. Er war kurioserweise der Meinung, dass es in Kamerun aus Sicherheitsgründen verboten sei, einen Rucksack auf dem Rücksitz zu transportieren und wollte von uns eine „Strafe“ in geradezu astronomischer Höhe dafür kassieren. Er liess sich auch mit den üblichen Argumenten, z.B. dass wir gar keine Touristen sondern medizinisches Fachpersonal seien, dass wir in einem Krankenhaus arbeiteten, dass wir für die Kirche arbeiteten, etc. nicht von seiner Phantasie abbringen. Erst als ich mit der Ankündigung, Kontakt zur Hierarchie der Kirche aufzunehmen, zum Telefon gegriffen habe, hat er es sich endlich anders überlegt und uns weiterfahren lassen.

Mir vor Augen haltend, wie Taxis und andere Transporter in Kamerun üblicherweise beladen sind, konnte ich mein Gelächter in dieser grotesken Situation wirklich nur schwerlich zurückhalten. Das Bild zeigt zwei nur etwa zur Hälfte (!) beladene Taxis.

So erschien es uns zunächst auch nicht überraschend als wir einige Stunden später wieder an einem Checkpoint herausgewunken wurden. Auffallend war, wie gezielt der Gendarm einzelne Fahrzeuge auswählte, noch bevor er Fahrer oder Innenraum erkennen konnte. Er hatte dabei einen handschriftlichen Zettel in der Hand, auf dem korrekt „RAV 4“ sowie unsere Autonummer stand, und den er uns mit den Worten, „Euer Auto steht auf diesem Zettel, Ihr seid zu schnell gefahren!“, demonstrierte.

Es ging einen Augenblick bis wir realisiert hatten, dass es dabei tatsächlich mit rechten Dingen zuging. Es ist schon phänomenal, die wahrscheinlich einzige Geschwindigkeitskontrolle des ganzen Landes, die konnte „Turbo Tanja“ nun wirklich nicht verpassen.

Alle anderen Fahrzeuge, die ebenfalls anhalten mussten, waren offensichtlich gut motorisiert. Die Fahrer sahen allgemein weniger glücklich aus. Die einheitliche Strafe von 25’000 XAF (ca. 42 CHF), nota bene mit korrekter gesiegelter Quittung, war für uns zwar weniger schmerzhaft, die Erheiterung über diese unerwartete Situation glich das problemlos aus. Bedenkt man aber, dass diese Strafe ungefähr einen halben kamerunischen Mindestlohn ausmacht, entspräche der Betrag in der Schweiz etwa 2’000 CHF…

Ein Gedanke zu „On the road again…“

  1. Achtung Turbo-Tanja: in der Schweiz hat es sehr viele Radarkontrollen!!!!!!!
    Du solltes Dich langsam wieder an unsere Fahr- und Strassengegebenheiten erinnern und umstellen.
    Noch viele Abenteuer und viel Spass. Paps

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